Keyvan Sarreshteh Apart-ment

© Keyvan Sarreshteh

Menschen gestalten die Wohnungen, in denen sie leben. Aber prägen die Räume auch die Menschen? Der 1987 geborene Iraner Keyvan Sarreshteh erinnert sich in Apart-ment an wichtige Momente seiner Biografie und ruft sich die vielen verschiedenen Wohnungen in Teheran vor Augen, in denen er sie erlebte. Als er mit 13 zum ersten Mal umziehen musste, hielt er den Grundriss der damaligen Wohnung in seinem Notizbuch fest. Und während er in Apart-ment erzählt, wie der Nachbarsjunge an Leukämie starb oder er selbst erstmals verliebt war, zeichnet er mit einem wassergetränkten Schwamm auf den Boden, wo sich etwa Elternschlafzimmer, Balkon oder WC befanden. Seine Erinnerungen sind geblieben, doch die nassen Linien verschwinden nach und nach wieder. So schlicht wie poetisch zeigt Sarreshteh in einer reduzierten, imaginativen Performance das niemals endende Vergehen der Zeit. Für jedes neue Erlebnis muss man etwas hinter sich lassen. Um an unbekannte Orte zu gelangen, müssen vertraute aufgegeben werden. In seiner Heimat ist Sarreshtehs Stück, zugleich sein Debüt als Autor, preisgekrönt. Bei den Festwochen bietet sich nun erstmals die Gelegenheit, Apart-ment außerhalb des Iran zu sehen.

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