Phia Ménard / Compagnie Non Nova Contes Immoraux – Partie 1 : Maison Mère

© Jean-Luc Beaujault
© Jean-Luc Beaujault

Phia Ménard ist eine Klasse für sich. Als Performance-Künstlerin hat sie eine eigene Bildsprache fernab jeder Schule oder Schublade entwickelt. Ihre Karriere begann sie als Zirkusartistin. 1998 gründete die Französin die Compagnie Non Nova, um die Grenzen zwischen Jonglieren und Pantomime einerseits und Tanz und Theater andererseits zu öffnen und so beides zu transformieren. Den ersten Teil ihrer Unmoralischen Geschichten, Das Stammhaus, schuf Ménard für die documenta 14 in Kassel. Gekleidet wie eine Science-Fiction-Version der Göttin Athene baut sie aus Karton-Teilen den Parthenon nach. Sie möchte damit ein Haus für Europa errichten. Und zugleich an die Ausgesetztheit von Obdachlosen und Geflüchteten erinnern. Genau wie notdürftige Karton-Behausungen beim ersten Regenschauer keinen Schutz mehr bieten, ist auch Ménards mühevoll erschaffener Tempel vergänglich. Ein radikaler, bildgewaltiger Abend über den Menschen und seine Umwelt im ewigen Kreislauf zwischen Sterben und Werden.